{"id":913,"date":"2025-12-18T11:00:49","date_gmt":"2025-12-18T11:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/mercosur-abkommen-eu-meldet-kompromiss-bei-agrarimporten\/"},"modified":"2025-12-18T11:00:49","modified_gmt":"2025-12-18T11:00:49","slug":"mercosur-abkommen-eu-meldet-kompromiss-bei-agrarimporten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/mercosur-abkommen-eu-meldet-kompromiss-bei-agrarimporten\/","title":{"rendered":"Mercosur-Abkommen: EU meldet Kompromiss bei Agrarimporten"},"content":{"rendered":"<p>Oh, welch monumentaler Fortschritt im politischen Sandkasten Europas: Die EU hat es \u2013 Trommelwirbel bitte \u2013 tats\u00e4chlich geschafft, sich auf einen Kompromiss beim Mercosur-Abkommen zu einigen. Und zwar beim Lieblingsthema aller diplomatischen Albtr\u00e4ume \u2013 den Agrarimporten! Ja genau, Landwirte, also jene Berufsgruppe, mit der man keine Wahlen gewinnt, aber ohne die jede Regierung aussieht, als h\u00e4tte sie morgens vergessen, zu fr\u00fchst\u00fccken.<\/p>\n<p>Es ist fast romantisch, wie sich Europas Entscheidungstr\u00e4ger gegenseitig Mut zusprechen, w\u00e4hrend sie gleichzeitig darauf achten, ja niemandem zu nahe zu treten. Man m\u00f6chte meinen, es handle sich um einen Elternabend in der Vorschule, bei dem entschieden wird, welcher Bio-Apfelsaft den geringsten Anteil an internationalen Handelskonflikten enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Besonders erfreulich: Brasiliens Pr\u00e4sident Lula hat kurzerhand den Kuschelkurs gegen einen beherzten Tritt ins diplomatische Schienbein getauscht. Subtil wie ein Presslufthammer forderte er, dass jetzt bitte mal geliefert wird \u2013 und das nicht nur in Containerschiffen voller Soja und Rindfleisch, sondern auch in Sachen Verl\u00e4sslichkeit. Kaum zu glauben, aber offenbar rechnet er noch mit echter Politik aus Europa. Niedlich.<\/p>\n<p>Und was bedeutet der Kompromiss nun? Nun, die EU hat irgendetwas beschlossen, das vermutlich f\u00fcr niemanden ideal ist, aber f\u00fcr jeden gerade noch so ertr\u00e4glich. Quasi die Tofu-Wurst unter den Handelsabkommen: sieht aus wie Fortschritt, schmeckt aber nach B\u00fcrokratie. W\u00e4hrenddessen \u00fcbt sich Frankreich weiter im kollektiven Augenrollen, denn nichts bringt die Grande Nation mehr in Rage als jedes Abkommen, bei dem am Ende wom\u00f6glich s\u00fcdamerikanisches Rindsteak g\u00fcnstiger wird als der Camembert aus der Normandie.<\/p>\n<p>Aber hey, man muss auch die kleinen Erfolge feiern. Immerhin ist es der EU gelungen, das komplexeste Handelsabkommen der westlichen Hemisph\u00e4re auf eine simple Frage zu reduzieren: \u201eWie viel s\u00fcdamerikanisches Huhn kann ein europ\u00e4ischer Landwirt emotional verkraften?\u201c Und das ist doch schon mal was.<\/p>\n<p>Bleibt nur zu hoffen, dass der endg\u00fcltige Deal nicht erneut an einem Komma im Absatz 3, Unterpunkt C, scheitert. Oder an \u00d6sterreichs neuerlicher Erkenntnis, dass Freihandel auch bedeutet, Dinge herzugeben, nicht nur zu fordern.<\/p>\n<p>Bis dahin, liebe EU: Weiter so. Wenn ihr noch ein paar Jahre so entschlossen Kompromisse austariert, ist das Abkommen vielleicht p\u00fcnktlich zur Rente heutiger Spitzenpolitiker in Kraft. Dann k\u00f6nnen sie wenigstens beim Grillen sagen, sie h\u00e4tten sich &#8220;damals&#8221; f\u00fcr besseren internationalen Handel eingesetzt. Mit Soja-Tofu-W\u00fcrstchen vermutlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oh, welch monumentaler Fortschritt im politischen Sandkasten Europas: Die EU hat es \u2013 Trommelwirbel bitte \u2013 tats\u00e4chlich geschafft, sich auf einen Kompromiss beim Mercosur-Abkommen zu einigen. Und zwar beim Lieblingsthema aller diplomatischen Albtr\u00e4ume \u2013 den Agrarimporten! 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