{"id":912,"date":"2025-12-17T11:00:14","date_gmt":"2025-12-17T11:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/nach-bericht-uber-missbrauchsfalle-zehntausende-protestieren-gegen-orban-4\/"},"modified":"2025-12-17T11:00:14","modified_gmt":"2025-12-17T11:00:14","slug":"nach-bericht-uber-missbrauchsfalle-zehntausende-protestieren-gegen-orban-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/nach-bericht-uber-missbrauchsfalle-zehntausende-protestieren-gegen-orban-4\/","title":{"rendered":"Nach Bericht \u00fcber Missbrauchsf\u00e4lle: Zehntausende protestieren gegen Orban"},"content":{"rendered":"<p>Ach, was w\u00e4re ein demokratischer Staat ohne gelegentliche kleine Skandale \u2013 wie etwa die Vertuschung von Missbrauch in staatlichen Kinderheimen? In Ungarn jedenfalls scheint Premierminister Viktor Orban das politische \u00c4quivalent zu einem Kaugummi unter dem Schuh zu sein: hartn\u00e4ckig klebrig und irgendwie unzerst\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Zehntausende Menschen haben sich in Budapest versammelt, um gegen genau das zu protestieren \u2013 und nein, nicht weil sie total Fans von Stra\u00dfendemonstrationen bei zwielichtigem Fr\u00fchlingswetter sind, sondern weil sich das Orban&#8217;sche Kabinett offenbar dachte: Missbrauchsskandal? L\u00f6schen wir doch einfach den Bericht. Weg ist weg, oder? 1984 ruft und will sein Zensurkonzept zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es ist schon r\u00fchrend, wie die Regierung auf Transparenz setzt \u2013 in etwa so wie ein Ziegelstein auf Durchl\u00e4ssigkeit. Kritiker werfen der Regierungspartei vor, einen Bericht \u00fcber sexualisierte Gewalt gegen Kinder in staatlichen Einrichtungen bewusst unter Verschluss gehalten zu haben. Aber hey, das klingt doch ganz nach Familienwerten im ungarischen Sinne, nicht? Nat\u00fcrlich nur, solange niemand die unangenehmen Details wissen will.<\/p>\n<p>Und was macht Orban w\u00e4hrenddessen? Wahrscheinlich zieht er sich mit einem Latte Macchiato in sein B\u00fcro zur\u00fcck (nat\u00fcrlich nicht aus Trendbewusstsein, sondern weil Espresso ihm zu links ist), w\u00e4hrend drau\u00dfen Menschen demokratische Hinweise verteilen \u2013 auch bekannt als Protestschilder.<\/p>\n<p>Die Protestierenden fordern unter anderem den R\u00fccktritt des Bildungsministers. Noch besser w\u00e4re aber wohl ein Grundkurs in \u201eWie man nicht wie ein kompletter Soziopath regiert\u201c. Bonuspunkte f\u00fcr jede bestandene Lektion in Ethik \u2013 ein bislang offenkundig unerschlossenes Fachgebiet im Regierungszirkel.<\/p>\n<p>Aber wer wei\u00df? Vielleicht lenkt der n\u00e4chste Wahlkampf von all dem ab. Bis dahin: Weiter so, Ungarn. Immer sch\u00f6n das autorit\u00e4re Bingo spielen \u2013 mit neuen Feldern wie &#8220;Skandal? Welcher Skandal?&#8221;, &#8220;Wir haben nichts zu verbergen, au\u00dfer das, was wir vertuschen&#8221; und nat\u00fcrlich dem Dauerbrenner &#8220;L\u00fcgenpresse! (au\u00dfer wenn sie f\u00fcr uns schreibt)&#8221;.<\/p>\n<p>In einer Welt, in der Regierungen Verantwortung \u00fcbernehmen, w\u00e4re Orban nur ein Running Gag auf einer schlecht besuchten Open-Mic-Night. Leider leben wir in Ungarn \u2013 also bleibt&#8217;s bei der Tragikom\u00f6die.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ach, was w\u00e4re ein demokratischer Staat ohne gelegentliche kleine Skandale \u2013 wie etwa die Vertuschung von Missbrauch in staatlichen Kinderheimen? In Ungarn jedenfalls scheint Premierminister Viktor Orban das politische \u00c4quivalent zu einem Kaugummi unter dem Schuh zu sein: hartn\u00e4ckig klebrig und irgendwie unzerst\u00f6rbar. 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