{"id":903,"date":"2025-12-07T11:00:11","date_gmt":"2025-12-07T11:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/ausschreitungen-in-athen-am-gedenktag-fur-getoteten-teenager\/"},"modified":"2025-12-07T11:00:11","modified_gmt":"2025-12-07T11:00:11","slug":"ausschreitungen-in-athen-am-gedenktag-fur-getoteten-teenager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/ausschreitungen-in-athen-am-gedenktag-fur-getoteten-teenager\/","title":{"rendered":"Ausschreitungen in Athen am Gedenktag f\u00fcr get\u00f6teten Teenager"},"content":{"rendered":"<p>Also wirklich, was k\u00f6nnte eine angemessenere Art sein, den tragischen Tod eines 15-j\u00e4hrigen Teenagers durch Polizeikugeln zu betrauern, als\u2026 na klar: mit brennenden M\u00fclltonnen, fliegenden Pflastersteinen und einem kleinen Street-Festival der Eskalation. Wenn man schon nicht ins Theater kann, bringt man halt den Stra\u00dfenkampf in die Altstadt von Athen. Kunst kommt schlie\u00dflich von \u201eKrawall\u201c.<\/p>\n<p>Zum 15. Jahrestag der Erschie\u00dfung von Alexandros Grigoropoulos durch einen Polizisten \u2013 ein Fall, der \u00fcbrigens den \u00f6ffentlich-rechtlichen Titel \u201etragisch-vermeidbare Sauerei\u201c verdient h\u00e4tte \u2013 wollte man in Athen urspr\u00fcnglich ja nur friedlich erinnern. Kerzen, Blumen, stille Mahnwachen\u2026 Aber warum leise trauern, wenn man auch laut Wut entladen kann? Spart man sich wenigstens die Kerzen, die machen eh nicht so viel Licht wie ein Molotowcocktail.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es v\u00f6llig \u00fcberraschend \u2013 alle Jahre wieder \u2013 dass ein Gedenktag mit der dramatischen Kombination aus Wut, Jugend und einem tiefen Misstrauen gegen\u00fcber der Polizei eskaliert. Niemand h\u00e4tte damit rechnen k\u00f6nnen. Au\u00dfer nat\u00fcrlich jedes Nachrichtenportal von BR bis BBC, die sich diesen Termin im Kalender markieren wie einen Geburtstag, nur eben mit mehr Rauchentwicklung.<\/p>\n<p>Die Polizei hingegen zeigte sich erneut vollkommen perplex. Sie war v\u00f6llig \u00fcberrascht von den \u201enicht angek\u00fcndigten Gewaltausbr\u00fcchen\u201c, die \u2013 in einer unger\u00fchrten Ironie des Schicksals \u2013 von den gleichen Jugendlichen ausgehen, deren Geschichte ihnen jedes Jahr erz\u00e4hlt wird. Aber hey, vielleicht dachten sie sich: Wenn schon gedenken, dann mit Bengalos statt Ballons.<\/p>\n<p>Und wer kann es ihnen ver\u00fcbeln? Es gibt kaum etwas Inspirierenderes als ein Jugendtrauma, das 15 Jahre sp\u00e4ter immer noch frisch brennt \u2013 idealerweise zusammen mit einem geparkten Auto am Stra\u00dfenrand.<\/p>\n<p>Doch werfen wir einen nachdenklichen Blick auf die tiefere Botschaft hinter den Ausschreitungen: &#8220;Wir sind emp\u00f6rt \u00fcber sinnlose Gewalt \u2013 also zerst\u00f6ren wir erst mal eine Bushaltestelle!&#8221; Logik, die nur in revolution\u00e4ren Momenten funktioniert. Bonuspunkte f\u00fcr Wurfgeschosse mit moralischem \u00dcberbau.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt nat\u00fcrlich die Hoffnung, dass eines Tages ein Gedenktag eben wie ein Gedenktag aussieht \u2013 man denkt an das Opfer, mahnt zur Ver\u00e4nderung, vielleicht mit Musik, einer Rede, oder dem, was man fr\u00fcher \u201ezivilisierte Anteilnahme\u201c nannte. Aber bis dahin: Auf die Barrikaden, es ist wieder Dezember.<\/p>\n<p>Ach Athen, die Wiege der Demokratie \u2013 jetzt auch mit all-inclusive Randale-Service.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Also wirklich, was k\u00f6nnte eine angemessenere Art sein, den tragischen Tod eines 15-j\u00e4hrigen Teenagers durch Polizeikugeln zu betrauern, als\u2026 na klar: mit brennenden M\u00fclltonnen, fliegenden Pflastersteinen und einem kleinen Street-Festival der Eskalation. Wenn man schon nicht ins Theater kann, bringt man halt den Stra\u00dfenkampf in die Altstadt von Athen. Kunst kommt schlie\u00dflich von \u201eKrawall\u201c. 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