{"id":902,"date":"2025-12-06T11:00:13","date_gmt":"2025-12-06T11:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/merz-spricht-von-konstruktivem-austausch-uber-russische-gelder\/"},"modified":"2025-12-06T11:00:13","modified_gmt":"2025-12-06T11:00:13","slug":"merz-spricht-von-konstruktivem-austausch-uber-russische-gelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swen-mercer.com\/de\/merz-spricht-von-konstruktivem-austausch-uber-russische-gelder\/","title":{"rendered":"Merz spricht von &#8220;konstruktivem Austausch&#8221; \u00fcber russische Gelder"},"content":{"rendered":"<p>Konstruktiver Austausch? Klar doch. Wenn es um Milliarden eingefrorener russischer Gelder geht, ist es ja auch ganz normal, sich bei Cappuccino und Croissants in Br\u00fcssel zu treffen und ein bisschen Smalltalk \u00fcber Oligarchenverm\u00f6gen zu halten. Kanzler Merz flaniert also gem\u00fctlich durch Belgien, trifft sich mit dem belgischen Premier De Wever und EU-Queen Ursula von der Leyen, um die ganz gro\u00dfen Fragen zu kl\u00e4ren: Was macht man blo\u00df mit dem vielen sch\u00f6nen Geld, das man aus Russland auf Eis gelegt hat?<\/p>\n<p>Aber keine Sorge, alles wird \u201eeinvernehmlich\u201c gel\u00f6st. Denn wenn es eines gibt, was in der internationalen Politik immer hervorragend funktioniert hat, dann ist es Einvernehmen. Insbesondere mit etwa 27 nationalen Interessen, ein paar eingefrorenen Milliarden und der charmanten M\u00f6glichkeit, einen geopolitischen Fl\u00e4chenbrand zu entfachen, wenn man auch nur einen Euro davon versehentlich irgendwo falsch kanalisiert.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich nennt man das ganze Event \u201ekonstruktiv\u201c. Das ist Diplomatensprech f\u00fcr \u201eAlle waren sich einig, dass man sich uneinig ist, aber immerhin hat niemand den Tisch umgeworfen.\u201c Bravo! Dass Russland derweil vermutlich genau zuschaut und dabei Popcorn isst (importiert ganz sicher aus einem befreundeten Drittstaat), interessiert nat\u00fcrlich niemanden. Ist ja nicht so, als ob diese Gelder irgendwann mal wieder jemandem geh\u00f6ren w\u00fcrden\u2026 au\u00dfer vielleicht der EU, der Ukraine, den Energieunternehmen oder dem Schweizer Bankensystem. Je nachdem, wen man fragt \u2013 oder wie laut man fragt.<\/p>\n<p>Und ganz ehrlich: Wer m\u00f6chte nicht mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn es darum geht, russisches Kriegsverm\u00f6gen im Sinne des Friedens sinnvoll zu verteilen? Vielleicht ein bisschen was f\u00fcr den Wiederaufbau, ein bisschen Humanit\u00e4res, und nat\u00fcrlich eine Portokasse f\u00fcr das n\u00e4chste \u201eKonstruktive Austausch\u201c-Event in Luxemburg.<\/p>\n<p>Fazit: Es ist schon beruhigend zu wissen, dass bei Europas politischen Eliten alles so herrlich \u201ekonstruktiv\u201c abl\u00e4uft, selbst wenn es um das kleinere Detail einer ausgewachsenen geopolitischen Krise geht. Bleiben nur zwei Fragen: Wer bringt den Prosecco zur Dezember-L\u00f6sung mit \u2013 und wann wird der Begriff \u201eeinvernehmlich\u201c offiziell ins W\u00f6rterbuch als Euphemismus f\u00fcr \u201ewir haben keinen Plan, aber immerhin sehen wir dabei gut aus\u201c aufgenommen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konstruktiver Austausch? Klar doch. 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