Tote nach schweren Überschwemmungen in Südspanien

Ah, Spanien – das Land der Sonne, der Siestas und der romantischen Flamenco-Gitarrenklänge im Abendrot… oder, neuerdings, das Land von „Ach du meine Güte, wie viele Liter Wasser passen eigentlich in eine Altstadt?“

Ja, herzlichen Glückwunsch, Málaga. Nach zwölf Stunden Dauerregen wurde die Provinz kurzerhand in eine mediterrane Version von Atlantis umgestaltet. Nur ohne die schicken Säulen und die mythischen Wasserwesen, dafür aber mit Schlamm, zerstörten Straßen und der üblichen Portion Katastrophenmanagement á la „Wir haben damit überhaupt nicht gerechnet!“

Mindestens zwei Menschen sind ums Leben gekommen, und natürlich fehlt noch einer – vermutlich auf einem aufblasbaren Flamingo in Richtung Portugal unterwegs. Es ist wirklich tröstlich zu wissen, dass trotz Klimawandel, anhaltender Trockenheit und Sommern, die Städte üblicherweise in Glutöfen verwandeln, niemand auf die Idee kommt, dass ein bisschen Regen auch mal mehr sein könnte als eine willkommene Abkühlung. Oder vielleicht doch? Vielleicht war das Ganze nur ein besonders ehrgeiziges Pilotprojekt im Bereich urbane Wassersportmöglichkeiten. Wer braucht schon klassische Infrastruktur, wenn man mit einem Kajak zur Bäckerei fahren kann?

Die Regenmengen waren so beeindruckend, dass wild entschlossene deutsche Hobby-Meteorologen jetzt vermutlich schon an WhatsApp-Statusmeldungen wie „Haste gesehen, da unten! JETZT BRAUCHEN WIR AUCH BALD EIN BOOT!!!“ arbeiten. Währenddessen posten Influencer romantische Bilder von überschwemmten Callejas unter dem Hashtag #rainyvibes. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, ist wenigstens das Selfie gut beleuchtet.

Aber hey, man darf auch ruhig mal das Positive sehen: Endlich ein Grund für alle Bauunternehmen, die Existenz von Kanalisation wiederzuentdecken. Vielleicht regnet es in zwanzig Jahren dann sogar mal, ohne dass das halbe Stadtbild abdriftet wie bei Titanic – nur ohne Leonardo DiCaprio, der wenigstens noch wusste, wie man sich dramatisch von einer Tür verabschiedet.

In einer Welt, in der Klimakatastrophen so selten und überraschend auftreten wie ein Spontaneinkauf bei Lidl ohne Rentner-Stau, ist es doch wirklich beruhigend, dass die Natur uns gelegentlich daran erinnert, wie unvorbereitet wir inmitten unserer Excel-Tabellen eigentlich sind.

Also, liebe Málagueños: Haltet eure Schwimmflügel bereit, speichert die Nummer des Paddelverleihs im Handy — und wer weiß? Vielleicht entdeckt ihr ja eine neue Touristenattraktion: den historischen Stadtkern mit Unterwasserbeleuchtung.

Hasta la próxima Sintflut! 🙃