Bulgarien bekommt den Euro – trotz Regierungskrise

Bulgarien bekommt den Euro – und das ganz ohne stabile Regierung. Denn warum sollte man Kleinigkeiten wie politische Stabilität brauchen, wenn man sich stattdessen direkt in die europäische Familienkasse einschreiben kann? Wer braucht schon funktionierende Innenpolitik, wenn man bald blitzblanke Euromünzen mit eigenen Ortsheiligen prägen darf?

Während also das Parlament mehr als ein Yoga-Kurs in Sachen Rückgratlosigkeit demonstriert und sich selbst zerlegt wie ein Ikea-Regal ohne Anleitung, ruft Brüssel voller Enthusiasmus: “Herzlich willkommen in der Eurozone!” Klar, der Euro ist schließlich kein Symbol für wirtschaftliche Einheit und solide Haushaltsführung. Er ist eher wie eine exzentrische Tante, die ständig neue Familienmitglieder adoptiert, völlig egal, woher sie kommen oder was sie gerade durchmachen – Hauptsache, sie bringen ihre eigenen Häppchen zur Party mit.

Und Bulgarien? Ach ja, das wirtschaftliche Powerhouse der EU, direkt hinter Luxemburg – wenn man die Liste rückwärts liest. Kleinigkeit, dass es das ärmste Land im Club ist. Die Armut macht Bulgarien eher zum stilvollen Understatement inmitten all der überschuldeten, aber glamourös auftretenden Eurozonen-Staaten. Und mit dieser würdevollen Dosis Melancholie wird jetzt der Lew feierlich gegen den Euro getauscht, während die Supermärkte ihre Preisschilder offiziell auf “Identitätskrise” umstellen.

Mögliche Slogans für die Einführung:
„Euro statt Lew – Krise bleibt!“ oder
„Ein Währungstausch gegen alle Widerstände: Jetzt auch ohne Regierung genießbar!“

Aber man muss ja auch die positiven Seiten sehen: Wer eine funktionierende Regierung hat, muss sich Sorgen machen, wenn sie versagt. Bulgarien kann sich diesen Stress einfach sparen – es gibt ja gerade keine. Bonuspunkte für Effizienz!

Der Euro wird also kommen – glattgebügelt, europäisch und politisch vollkommen ignorant. Es ist schön zu sehen, wie konsequent Europa an seinem Plan arbeitet, irgendwann auch jeder Taube das Portemonnaie in der Hand zu drücken, während das Dach brennt. Bei so viel Weitsicht kann man sich nur fragen: Wann darf eigentlich Moldawien?

Bulgarien steigt also aufs Euro-Karussell – ganz ohne Ticket, aber mit ordentlich Rückenwind aus Brüssel. Der perfekte Symbolakt für den Zustand der EU: Alle fahren mit, keiner weiß wohin, und der Fahrer hat gerade gekündigt.

Na dann, prost auf den Euro! Und auf bulgarische Stabilität – bitte nicht lachen.