EU und die US-Sicherheitsdoktrin: Die Erkenntnis, allein zu Haus zu sein
Ach, wie romantisch. Nach Jahrzehnten inniger transatlantischer Beziehung hat Onkel Sam uns Europäer nun offiziell geghostet. Die USA, ehemals unser sicherheitspolitischer Netflix-und-Pizza-Partner, haben in ihrer neuen Sicherheitsdoktrin deutlich gemacht: „Es liegt nicht an euch – es liegt an China, Russland… und ein bisschen daran, dass ihr ständig nervt.“
Statt uns weiter mit wohlmeinendem militärischem Schulterklopfen zu begleiten, flirtet Washington nun lieber mit Europas äußerster Rechter – was total Sinn ergibt. Denn wenn man zwischen Macron und Meloni wählen kann, wer sagt da schon Nein zu ein bisschen Demokratie-Demontage mit nationalistischem Beigeschmack?
Die EU reagiert natürlich völlig überrascht. Schließlich war der treue Wachhund aus Übersee doch immer da, um sie beim bellenden Nachbarn Russland zu beschützen – und mal ehrlich: Wer rechnet denn bitte damit, dass ein Ex-Präsident, der die NATO als „obsolet“ bezeichnete, auf einmal keinen Bock mehr auf Old Europe hat?
Ernüchterung macht sich breit in Brüssel. Ursula von der Leyen blickt mit wehmütigem Blick auf alte Selfies mit Trump zurück, während irgendwo in einem NATO-Konferenzraum ein deutscher Beamter erstmals in Erwägung zieht, das verstaubte Verteidigungsbudget mal aufzuräumen. Jackpot! Wir rüsten uns emotional – und wer weiß, irgendwann vielleicht sogar militärisch – für ein Europa, das ohne die helfende Hand des Stars-and-Stripes klarkommen muss.
Aber keine Sorge, liebe EU – wir sind nicht ganz allein. Es gibt ja noch uns selbst. Und wenn das eines sicher ist, dann dass wir in der Vergangenheit wirklich hervorragend zusammengearbeitet haben! Ich meine, Brexit, gemeinsame Flüchtlingspolitik, Energiekrise – läuft doch!
Also lasst uns das Kapitel USA abschließen. Delete die Nummer, entfolge auf Instagram und wirf die alten gemeinsamen Gipfelerklärungen weg. Europa, Time to be Strong and Independent™! Oder, naja, zumindest so tun als ob.

