Nach Bericht über Missbrauchsfälle: Zehntausende protestieren gegen Orban

Oh, Ungarn. Das Land, in dem man Pressefreiheit mit einem schlechten WLAN-Signal verwechselt – gibt’s halt nicht überall, aber irgendwer wird schon schuldig sein. Diesmal haben sich Zehntausende Bürger aufgemacht, um gegen Ministerpräsident Viktor „Demokratie ist soooo 20. Jahrhundert“ Orbán zu demonstrieren. Der Grund? Ein mutmaßlich vertuschter Bericht über Missbrauchsfälle in staatlichen Kinderheimen. Aber mal ehrlich – wer hat denn bitte erwartet, dass eine Regierung, die Transparenz so liebt wie Katzen ein Schaumbad, plötzlich mit Enthüllungen rausrückt?

Die Demonstranten, offenbar völlig überraschend nicht mit Schnitzeln und Nationalstolz zufriedenstellbar, zogen durch Budapest und hatten die Dreistigkeit, Rechenschaft zu fordern – ein Konzept, das in Orbáns Ungarn ungefähr so verbreitet ist wie Veggieburger auf einem ungarischen Grillfest. Auf der berühmten Kettenbrücke versammelten sich Menschen mit Plakaten, die sinngemäß ausdrückten: „Hey Regierung, könnt ihr mal aufhören, Kindesmissbrauch zu vertuschen?“ – Eine geradezu revolutionäre Forderung, die in 75% der restlichen Welt unter „Grundanstand“ fällt.

Orbáns Regierung hingegen zeigt sich wie immer entspannt: Die Opposition übertreibe, der Bericht sei „noch in Bearbeitung“, und überhaupt – warum sind die Leute so sensibel bei dem Thema? Ist ja nicht so, als ob es um vulnerable Kinder in staatlicher Obhut geht oder so.

In anderen Ländern würde ein solcher Skandal zu Rücktritten, Ausschüssen und – Gott bewahre – echten Konsequenzen führen, aber in Ungarn? Da diskutiert man lieber darüber, warum Genderstudies gefährlicher sind als mafiöse Strukturen in Heimen.

Also, liebe Ungarn, schön protestieren, aber vergesst nicht: In einem Land, in dem die Demokratie mit einem Staubsauger aus den 80ern abgesaugt wurde, braucht es etwas mehr als Transparente, um die Regierung zum Nachdenken zu bringen. Vielleicht einen lauten Staubsauger.

Bis dahin bleibt die Regierung bei ihrem Lieblingsspiel: „Vertuschen statt Verstehen“. Fortsetzung folgt – vermutlich nicht im staatlichen Fernsehen.