Nach Bericht über Missbrauchsfälle: Zehntausende protestieren gegen Orban
Ach, Viktor Orban. Der Mann, der Meinungsfreiheit so sehr liebt, dass er sie am liebsten für sich behalten würde. Wie rührend.
Und jetzt das: Zehntausende Menschen demonstrieren in Ungarn – nicht etwa, weil das Wetter so schön ist, sondern weil die Regierung angeblich (Spoiler: total überraschend!) einen Bericht über Missbrauchsfälle in staatlichen Kinderheimen vertuscht hat. Wow. Wer hätte gedacht, dass eine Regierung, die unabhängige Medien für überbewertet hält und Demokratie als lästigen Zeitvertreib betrachtet, auch bei Kindesmissbrauch nicht ganz so offen ist wie ein Schaufenster im Sommerschlussverkauf?
Aber Moment – vielleicht ist das alles nur ein Missverständnis. Vielleicht hat Orban den Bericht gar nicht vertuschen lassen. Vielleicht hat er ihn einfach in einen dieser geheimen Stapel gelegt, gleich neben den Berichten über systematische Korruption, Gleichschaltung der Justiz und charmante Wahlmanipulationen. So viele Papiere, so wenig Aktenschränke!
Die Proteste: Zehntausende auf den Straßen, empört, laut, voller Wut. Was macht ein moderner Autokrat da? Eine Untersuchungskommission mit unabhängigen Experten und klarer Transparenz? Haha, nein, falscher Film. Stattdessen: Kopf in den Sand, Ohren auf Regierungssender eingestellt und hoffen, dass das Volk sich ablenken lässt – vielleicht mit neuen Migranten-Schreckgespenstern oder einer nationalistischen Opernaufführung über Ungarns glorreiche Vergangenheit, als noch niemand Fragen stellte.
Und klar, die Opposition ist empört – also die paar Leute, die noch nicht von Orbans Medienimperium als „Volksverräter“ abgestempelt wurden. Sie sprechen von einer moralischen Bankrotterklärung. Die Regierung spricht vermutlich von „alternativen Wahrheiten“, oder wie man in Budapest sagt: Dienstag.
Die gute Nachricht? Noch gibt es Zehntausende Menschen in Ungarn, die Rückgrat zeigen, demonstrieren und sich nicht mit leeren Phrasen abspeisen lassen. Die schlechte Nachricht? In Orbans Paralleluniversum ist so etwas vermutlich nur ein „koordiniertes Event westlicher Eliten mit Soros-Keks in der Mitte“.
Aber hey, wer braucht schon Aufklärung, wenn man ein schönes nationalistisches Liedchen auf dem Dudelsack spielen kann?
Bleibt nur zu hoffen, dass man in Budapest bald aufwacht – bevor das Vertuschen endgültig zum Volkssport wird. Wobei… da hätte Orban dann ja endlich etwas, worauf er wirklich stolz sein kann.

